KI in 2019 | Stand der Dinge

Künstliche Intelligenz – wo stehen wir Anfang 2019?

Die Vision von autonom agierenden Maschinen und Robotern war vor einigen Jahrzehnten noch eine blanke Theorie. Mittlerweile hat die Digitalisierung entscheidend dazu beigetragen, dass künstliche Intelligenzen in vielen Bereichen Einzug gehalten haben. Doch wie weit ist die Technik voran geschritten und lässt sich bereits jetzt sagen, dass sich die künstliche Intelligenz flächendeckend durchgesetzt hat?

Die künstliche Intelligenz als Multifunktionswerkzeug

Auf den ersten Blick mag der Vergleich zwischen der Technik und einem Werkzeugkasten nicht logisch erscheinen. Wer sich jedoch intensiv mit den Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz befasst, der trifft dabei auf eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungsgebiete. Für die Digitalisierung ist diese Vielfalt sogar zu einem unerlässlichen Faktor geworden.

“Bereits heute arbeiten viele Systeme im Internet auf Basis der künstlichen Intelligenz.”

Ohne sie wäre ein Großteil der Funktionen gar nicht möglich. Im Fokus steht dabei der Schwerpunkt der Dateninterpretation. Ob bei der Begriffs oder Routensuche via Suchmaschine oder der Bildklassifikation – ohne eine funktionierende künstliche Intelligenz wären entsprechende Dienste kaum realisierbar. Während die KI im Internet an vielen Stellen bereits erfolgreich angewandt wird, stehen andere Gebiete noch am Anfang der Forschung. Allerdings sind erste Ansätze äußerst vielversprechend, wie das Beispiel der künstlichen Intelligenz in der Medizin zeigt. Wichtigster Faktor: das Machine Learning. Dahinter verbirgt sich die eigenständige Lernfähigkeit von Systemen, Robotern oder Maschinen anhand vorhandener Datenbestände, Gesetzmäßigkeiten und Algorithmen. Somit sind IT-Systeme in der Lage, Muster zu erkennen und Lösungen für Probleme selbstständig zu entwickeln und bei Bedarf zu handeln. In der Medizin wird das Machine Learning daher im Bereich der Überwachung von Vitalfunktionen erprobt. Anhand der eingespeisten Daten kann das System Vitalfunktionen im Sekundentakt abfragen und abgleichen. Werden gefährliche Veränderungen
registriert, schlägt das System sofort Alarm und benachrichtigt den Arzt. Durch etwaige Anwendungen könnte es künftig möglich sein, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und das Risiko für Patienten zu verringern.

Die USA liegen in der Entwicklung an der Spitze

Dass die künstliche Intelligenz die Zukunft der Menschheit prägen wird, zeigt sich insbesondere beim Blick über den Atlantik. Zwar wird fast überall auf der Erde mittlerweile in diesem Bereich geforscht, an der Spitze der Entwicklung liegen aber vor allem Konzerne aus den USA. Ausschlaggebend hierfür sind die immensen Bestrebungen der Unternehmen sowie das fachkundige und innovative Umfeld vor Ort. Insbesondere das Silicon Valley zieht noch immer viele wichtige Persönlichkeiten aus der IT-Branche an. So auch Babak Hodjat. Als Sohn iranischer Einwanderer in London geboren, gründete er nach seinem Studium in Japan, sein IT-Unternehmen im Silicon Valley und trug in der Folge maßgeblich
zur Entwicklung intelligenter Sprachassistenten bei.

Die künstliche Intelligenz wird in den USA auch in bislang unerschlossenen Bereichen angewandt, wie das Beispiel der Stadt Hartford im Bundesstaat Connecticut zeigt. Aufgrund zunehmender Kriminalität entschloss sich die Stadtverwaltung dazu, ein Netzwerk aus Kameras und Drohnen zu errichten, das Verbrechen aufklären und verhindern soll. Dabei spielt auch das Machine Learning eine wichtige Rolle. Die eingesetzte Technik lernt anhand der eingespeisten Daten selbstständig und ist mittlerweile in der Lage, potenzielle Verbrechen noch vor der Tat zu erkennen und Alarm zu schlagen.
Darüber hinaus ist das Sicherheitsnetzwerk der Stadt Hartford so ausgeklügelt, dass mehrfach Kriminelle direkt nach der Tat identifiziert und verhaftet werden konnten.

Sind die vermeintlichen Risiken real?

Einige Kritiker glauben, dass die zunehmende Digitalisierung in Kombination mit der künstlichen Intelligenz einen nicht unwichtigen Einfluss auf die Privatsphäre von Privatpersonen haben könnte. Tatsächlich sind viele Endgeräte, die mithilfe künstlicher Intelligenz agieren, weitaus weniger gefährlich.

“Ausschlaggebend hierfür ist die dezentrale künstliche Intelligenz.”

Hilfsmittel im Haushalt, wie Sprachassistenten, lernen durch die Anwendungen, die der Benutzer vorgibt. Die daraus
resultierenden Daten werden jedoch nicht mehr in den großen Rechenzentren der sogenannten
Datenkraken gespeichert, sondern im Sprachassistenten selbst. Um die Sicherheit sensibler Daten zu
gewährleisten, wird die künstliche Intelligenz darüber hinaus in vielen Bereich mit der
Blockchain-Technologie kombiniert, wie sie auch für Kryptowährungen eingesetzt wird. Auf diese
Weise können Unternehmen sicherstellen, dass Daten von unbefugten Dritten eingesehen oder
verändert werden können.

Wie sieht der Blick richtung 2019 aus?

Die stetig voranschreitende Digitalisierung hat längst ihre Fußspuren hinterlassen und beeinflusst das alltägliche Leben in vielerlei Hinsicht. Noch hat sich die künstliche Intelligenz in einigen Bereichen nicht durchsetzen können, wartet jedoch weiterhin mit jeder Menge Potenzial auf.

Insbesondere die dezentrale künstliche Intelligenz scheint ein hohes Wachstumspotenzial zu besitzen, da Verbraucher durch Sicherheitsvorkehrungen wie dem Einsatz von Blockchains nicht um sensible Daten bangen müssen. Mit Blick auf die Wirtschaft ist bereits jetzt abzusehen, dass die vielfältigen Optionen der künstlichen Intelligenz früher oder später zum festen Bestandteil einer jeden Unternehmensstruktur zählen werden.